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ETF-Kostenrechner 2026

TER-Effekt auf Ihr Endkapital berechnen — ETF-Vergleich, Tracking Difference vs. TER, Jahrestabelle und Zinseszins-Formel.

Einmalanlage zu Beginn der Laufzeit
Regelmäßige monatliche Einzahlung (Sparplan)
%
Total Expense Ratio — jährliche Kosten des ETFs. Typisch: 0,07–0,50 %
%
Erwartete Jahresrendite des Index. MSCI World: historisch ca. 7–8 % p.a.
Jahre
Anlagehorizont in Jahren. Empfohlen: mindestens 15 Jahre für ETFs.

Zinseszins-Modell (monatliche Verzinsung) · Keine Steuer-/Inflationsbereinigung · Historische Renditen kein Zukunftsversprechen

So funktioniert der Rechner

Tab „Kosteneffekt berechnen"

Geben Sie Anlagebetrag, monatliche Sparrate, TER, Rendite vor Kosten und Laufzeit ein. Der Rechner berechnet das Endkapital mit und ohne Kosten nach der Zinseszins-Formel (monatliche Verzinsung), zeigt die gesamte Kostensumme in Euro und den prozentualen Rendite-Drag. Optional können Sie die Jahrestabelle einblenden, die Ihre Vermögensentwicklung Jahr für Jahr mit und ohne TER vergleicht.

Tab „ETF-Vergleich"

Vergleichen Sie zwei ETFs auf denselben Index mit unterschiedlichen Kostenquoten. Mit denselben Eingaben (Anlage, Sparrate, Rendite, Laufzeit) berechnet der Rechner die Endkapitale beider ETFs nach 10, 20 und 30 Jahren — und zeigt, wie viel Euro Sie durch die Wahl des günstigeren ETFs gewinnen. Das Ergebnis macht oft deutlich: Ein Unterschied von 0,43 % TER über 30 Jahre entspricht oft mehr als einem Jahresgehalt an verlorenen Kosten.

Tab „Tracking Difference"

Tragen Sie die Benchmark-Rendite (Index) und die tatsächliche ETF-Rendite ein. Der Rechner berechnet die Tracking Difference und vergleicht sie mit der angegebenen TER. Eine negative TD ist positiv: Der ETF hat den Index übertroffen (z. B. durch Wertpapierleihe-Erträge). Eine TD über der TER zeigt, dass der ETF schlechter repliziert als die Kostenkennzahl verspricht. Referenzwerte bekannter MSCI-World-ETFs helfen bei der Einordnung.

Die Formel: Zinseszins mit monatlicher Sparrate

FV = PV × (1 + r)^n + PMT × ((1 + r)^n − 1) / r

Variablen:
FV = Endkapital (Future Value)
PV = Anlagebetrag (Present Value / Einmalanlage)
PMT = Monatliche Sparrate (Payment)
r = Monatliche Nettorendite = (Jahresrendite − TER) / 12
n = Laufzeit in Monaten = Jahre × 12

Beispiel: 50.000 € Anlage, 300 €/Monat, 7 % Rendite, 0,20 % TER, 20 Jahre
r_ohne = 7 % / 12 = 0,5833 %/Monat
r_mit = (7 % − 0,20 %) / 12 = 0,4833 %/Monat (korr.: 6,80 % / 12)
FV_ohne ≈ 362.000 € · FV_mit ≈ 350.000 € · Kostensumme ≈ 12.000 €

Wichtig: Die TER wirkt sich nicht nur auf die Rendite aus, sondern auch auf den Zinseszinseffekt — jeder nicht erzielte Euro kann in Folgejahren nicht mehr mitwachsen. Daher wächst die Kostensumme überproportional mit der Laufzeit.

TER vs. Tracking Difference — der Unterschied

Warum die TER allein nicht ausreicht

Die TER ist eine gesetzlich vorgeschriebene Kostenkennzahl. Sie umfasst: Verwaltungsgebühren, Index-Lizenzgebühren, Wirtschaftsprüferkosten, Depotbankgebühren. Nicht enthalten sind: Transaktionskosten innerhalb des Fonds, Stempelsteuern beim Index-Rebalancing, Spread-Kosten.

TERAngegebene Jahreskosten des ETFs
Tracking DifferenceTatsächliche Renditeabweichung vom Index
TD < TERETF günstiger als angegeben (Wertpapierleihe etc.)
TD > TERETF teurer als angegeben (schlechte Replikation)
Negative TDETF übertrifft Benchmark — sehr gut

Beispiele MSCI World ETFs (2023, Näherungswerte)

iShares Core MSCI World (IWDA)TER 0,20 % · TD ca. 0,03 %
Xtrackers MSCI World (XDWD)TER 0,19 % · TD ca. −0,04 %
Vanguard FTSE All-World (VWCE)TER 0,22 % · TD ca. 0,01 %
Amundi MSCI World (CW8)TER 0,12 % · TD ca. −0,05 %

Quellen: JustETF, Morningstar, ETF-Factsheets 2023. Historische Werte, kein Zukunftsversprechen.

Rechenbeispiel: Was kostet 1 % TER-Unterschied?

50.000 € Anlage + 300 €/Monat, 7 % Rendite vor Kosten, 30 Jahre

Endkapital ohne Kosten (7 %)ca. 783.000 €
TER 0,07 % (günstigster ETF)ca. 779.000 € (−4.000 €)
TER 0,20 % (MSCI World Standard)ca. 769.000 € (−14.000 €)
TER 0,50 % (teurer ETF)ca. 745.000 € (−38.000 €)
TER 1,50 % (aktiver Fonds)ca. 669.000 € (−114.000 €)

Fazit: Der Unterschied zwischen TER 0,07 % und TER 1,50 % beträgt über 30 Jahre rund 110.000 € — mehr als das doppelte Startkapital geht in Gebühren verloren. Die TER-Wahl ist eine der wirkungsvollsten Stellschrauben beim Vermögensaufbau.

Häufige Fragen

Die TER (Total Expense Ratio, Gesamtkostenquote) ist eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzahl für Investmentfonds und ETFs. Sie gibt an, welcher Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvermögens pro Jahr als laufende Kosten anfällt. Enthalten sind: Verwaltungs- und Managementgebühren, Indexlizenzgebühren, Depotbankgebühren, Wirtschaftsprüferkosten und sonstige Betriebskosten. Nicht enthalten sind Transaktionskosten innerhalb des Fonds (Handelskosten beim Index-Rebalancing). Die TER wird täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen — Sie zahlen sie nicht separat, sondern sie vermindert automatisch die Wertentwicklung.
Die Tracking Difference (TD) misst die tatsächliche jährliche Renditeabweichung des ETFs von seinem Benchmark-Index. Sie ist ehrlicher als die TER, weil sie die reale Kostenwirkung inklusive aller Faktoren zeigt — darunter auch positive Effekte wie Wertpapierleihe-Erträge. Ein ETF mit TER 0,20 % kann eine TD von nur 0,03 % haben, wenn er durch Verleih seiner Wertpapiere an Leerverkäufer Einnahmen erzielt. Die TD finden Sie auf justetf.com oder in den ETF-Jahresberichten. Als Faustregel gilt: Die TD ist die wichtigere Kennzahl bei der ETF-Auswahl — die TER ist nur der Ausgangspunkt.
Ja, und das ist sogar ein gutes Zeichen! Eine negative Tracking Difference bedeutet, dass der ETF seinen Benchmark-Index übertroffen hat. Dies passiert meistens, wenn der ETF seine Wertpapiere verleiht (Securities Lending) und damit Einnahmen erzielt, die die Kosten mehr als kompensieren. Beispielsweise hatte der Xtrackers MSCI World im Jahr 2023 eine TD von ca. −0,04 % bei einer TER von 0,19 % — der ETF war also effektiv 0,04 % besser als der Index. Negative TDs sind kein Dauerzustand und sollten nicht als garantiert angenommen werden.
Bei der physischen Replikation kauft der ETF die tatsächlichen Indexaktien — entweder alle (vollständige Replikation) oder eine repräsentative Auswahl (Sampling). Diese Methode ist transparent, birgt aber höhere Transaktionskosten bei großen Indizes. Bei der synthetischen Replikation (Swap-basiert) tauscht der ETF die Index-Rendite mit einer Gegenpartei (Bank) gegen eine andere Rendite. Synthetische ETFs haben oft eine niedrigere Tracking Difference, aber ein Gegenparteirisiko (begrenzt durch UCITS-Regulierung auf max. 10 % des Fondsvermögens). Für MSCI World und FTSE All-World sind beide Methoden in der Praxis gleichwertig sicher.
Nein — der Rechner zeigt Bruttorenditen ohne Steuerabzug. Die deutsche Abgeltungssteuer (25 % + Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer) auf Kursgewinne und Dividenden fällt erst beim Verkauf an (bei Thesaurierern: jährliche Vorabpauschale). Da die Steuerwirkung stark von Ihrer persönlichen Steuersituation, dem ETF-Typ (Ausschütter vs. Thesaurierer) und dem Zeitpunkt des Verkaufs abhängt, empfehlen wir, die Endwerte als Vorsteuergrößen zu interpretieren. Den genauen Steuereffekt können Sie mit unserem Abgeltungssteuerrechner berechnen.

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